«Lernende des Jahres 2026» – die Preisverleihung auf dem Hof Märchligen
Wer wird die beste Landwirtin, der beste Landwirt der Schweiz? Das entscheidet die Leserschaft der BauernZeitung – und gefeiert wird auf dem Hof Märchligen.
Am 22. Juni 2026 findet hier die Preisverleihung des Wettbewerbs «Lernende des Jahres 2026» statt. Zehn junge Talente haben es in die Finalrunde geschafft: Sarah Eberle (Mörschwil SG), Mathias Trummer (Frutigen BE), Michelle Fahrni (Rumisberg BE), Nina Gertsch (Teuffenthal BE), Jonah Marbach (Schötz LU), Sina Rüegsegger (Belp BE), Sandro Schneider (Würenlingen AG), Janine Zemp (Schüpfheim LU), Nico Herren (Wahlendorf BE) und Marina Schlegel (Gams SG). Sie alle wurden auf ihrem Lehrbetrieb porträtiert, ihre Leidenschaft für die Schweizer Landwirtschaft dokumentiert. Vom 29. Mai bis 15. Juni geben die Leserinnen und Leser der BauernZeitung ihre Stimme ab – danach wird der Sieger oder die Siegerin in Märchligen gekürt.
Wir freuen uns, diesen besonderen Moment auf unserem Hof zu erleben.
In Märchligen entsteht eine neue Biodiversitätsförderfläche:
Zuerst wurden geeignete Spenderflächen in der Region gesucht – extensiv bewirtschaftete, nährstoffarme Wiesen mit Zeigerpflanzen. Solche Flächen dürfen maximal alle drei Jahre abgeerntet werden. Die Ernte erfolgte, sobald alle Samen die Teigreife erreicht hatten. Die Abteilung für Naturförderung des Kantons Bern begleitet das fachlich.
Das gewonnene Saatgut wurde mittels Lufttrocknung auf 92 % Trockengehalt gebracht, dann aufgeschlossen, gesiebt und entstaubt. Die HAFL prüft mittels Stichproben die Keimfähigkeit der einzelnen Pflanzen. Die Durchmischung fördert die Artenvielfalt.
Für die Ansaat auf der ehemaligen Pferdeweide wurde das All-in-one-Verfahren (Streifenfräse + Krummenacher Sämaschine) gewählt. Entscheidend für den Erfolg sind Bodenfeuchtigkeit, Standort, Nährstoffgehalt und regelmässige Pflegeschnitte.
Was entsteht langfristig?
Ziel ist Qualitätsstufe 2 (BFF II). Innerhalb von 3 Metern müssen dann 6 Zeigerpflanzen nachgewiesen werden. Im Ansaatjahr wird das Saatgut noch stark von Unkräutern bedrängt – regelmässige Säuberungs- und Pflegeschnitte sind entscheidend.
In extensiv bewirtschafteten Magerwiesen können bis zu 40–70 seltene und teils bedrohte Arten vorkommen: Aufrechte Trespe, Esparsette, Skabiosenblume, Kleine Bibernelle, Wiesensalbei oder Orchideen. Dazu kommen Insekten, Spinnen, Frösche, Eidechsen, Blindschleichen und bodenbrütende Vögel.
Auf dem Hof Märchligen in gehen die Kälber einen besonderen Weg: Alle auf dem Betrieb geborenen Jungtiere bleiben hier und werden von ihren Müttern oder Ammen getränkt. Aktuell sind acht Kühe im System der mutter- und ammengebundenen Aufzucht – eine noch seltene Haltungsform in der Schweizer Milchproduktion, die erst seit 2020 erlaubt ist.
Die Kälber profitieren von der Muttermilch direkt vom Euter: Sie sind gesünder, widerstandsfähiger und entwickeln ein starkes Immunsystem. Das natürliche Saugen fördert die Vitalität und führt zu höheren Tageszunahmen. Gleichzeitig entfällt das arbeitsintensive Tränken mit dem Eimer – die Kühe übernehmen die Aufzucht ihrer Jungen selbst.
Für die Kälber bedeutet das System weniger Stress. Sie bleiben in der vertrauten Herde, lernen durch Nachahmung von älteren Tieren und können ihr natürliches Verhalten ausleben. Das Ergebnis ist eine robuste Gesundheit – auf vielen Betrieben mit muttergebundener Aufzucht sinkt der Bedarf an Tierarztbesuchen deutlich.
Märchligen hat sich bewusst für einen weitgehenden Verzicht auf Antibiotika in der Milchproduktion entschieden. Nur im absoluten Notfall kommen diese Medikamente zum Einsatz – 2025 waren das zwei sehr kranke ältere Kühe. Im Alltag setzt der Betrieb auf Homöopathie und Phytotherapie, und das mit Erfolg.